Sportschützen und Paintball

Sportschützen und Paintball

Composite Druckluftflaschen (HP)/Paint Ball

Alle 3 bis 5 Jahre müssen, je nach Herstellervorgaben Composite Druckluftflaschen zum TÜV.
Sicherheit ist bei Druckluft wichtig.

Unsere TÜV-Termine stehen unter Kalender TÜV 2019.

Prüfung von Gaskartuschen für Sportschützen

Sportschützen verwenden Gaskartuschenmit Luft oder CO2 als Druckspeicher für ihre Luftgewehre. Bei Sportveranstaltungenwird inzwischen kontrolliert, ob diese Kartuschen noch verwendet werden dürfen. Deshalb stellen Verbände, Vereine und einzelne Sportschützen in der jüngeren Vergangenheit vermehrt die Frage, wie und wo entsprechende Prüfungen durchgeführt werden können.

Dazu hier die wichtigsten Fakten:

Technisch betrachtet handelt es sich bei den Gewehrkartuschen um ein Rohr aus Edelstahl oder Aluminium mit einem Gewinde zum Anschluss an das Gewehr bzw. die Fülleinrichtung auf der einen Seite und einem einfachen Manometer auf der anderen Seite. Rechtlich betrachtet handelt es sich bei den Gewehrkartuschen um Druckgasflaschen, die dem Gefahrgutrecht unterliegen und nach ADR/RID (internationale Vorschriften über die Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße und auf der Eisenbahn) geprüft und zugelassen sein müssen.

Bei neuen Flaschen sind zusätzlich die formellen Anforderungen der TPED (Richtlinie 1999/99/EG über ortsbewegliche Druckgeräte, in Deutschland umgesetzt durch die Verordnung über ortsbewegliche Druckgeräte (VoD) vom 17. Dezember 2004, BGBl. I S. 3711) in Hinblick auf die Prüfzuständigkeit und die Kennzeichnung mit dem Konformitätszeichen “Pi” zu beachten. Für die wiederkehrenden Prüfungen gilt nach ADR/RID eine Frist von zehn Jahren.

Zusätzlich kann auch bei den Sportschützen die Anwendung der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) in Betracht kommen, sofern ein innerbetrieblicher Einsatz eines ortsbeweglichen Druckgerätes vorliegt. Durch den Verweis in § 23 BetrSichV auf die wiederkehrenden Prüfungen nach u.a. ADR/RID ändert sich jedoch an den Prüffristen nichts.

ADR/RID berücksichtigen allerdings nicht die besonderen Betriebsbedingungen, denen diese Flaschen unterliegen. So ist es als durchaus möglich, dass das vorgesehene Anzugsmoment beimAnschluss an das Gewehr bzw. die Fülleinrichtung überschritten wird oder dass es bei einer “langen” Bauweise der betreffenden Flasche und dem damit verbundenen langen Hebel zu einer Material- bzw. Gewindeschädigung durch das Drehmoment beim Einschrauben kommen kann.

Aus diesen Gründen und insbesondere wegen verschiedener Unfälle, teilweise verbunden mit Rückrufaktionen von Herstellern, haben einige Hersteller von Gewehrkartuschen eine maximale Nutzungsdauer von zehn Jahren festgelegt. Bei Flaschen mit einer derart festgelegten maximalen Verwendungsdauer darf keine wiederkehrende Prüfung durchgeführt werden, da diese der sicherheitstechnisch sinnvollen Festlegung der Hersteller zuwiderlaufen würde. Unabhängig von einer möglicherweise mit Erfolg durchgeführten wiederkehrenden Prüfung gilt also die vom Hersteller festgelegte maximale Verwendungsdauer.

Die TÜV verfügen nicht über eigene Prüfanlagen, sondern bescheinigen die korrekte Durchführung einer Prüfung. Diese erfolgt im Beisein des TÜV-Sachverständigen, z.B. bei einigen Herstellern im Rahmen eines Rücknahmesystems oder bei speziell für diesen
Zweck ausgerüsteten Firmen.

Der Prüfumfang umfasst nach Kapitel 6.2.1.6 ADR/RID:

  • die äußere Prüfung der Flasche, der Ausrüstung und der Kennzeichnung. Bei Gewehrkartuschen aus Aluminiummuss im Rahmen der äußeren Prüfung eine Oberflächen- Rissprüfung durchgeführt werden, um eine ausreichende Aussagekraft zu erreichen
  • die innere Prüfung; generell muss eine Innenbesichtigung mittels eines Endoskops mit eingebauter Beleuchtungseinrichtung durchgeführt werden
  • die Überprüfung des Gewindes, zunächst optisch (“mit unbewaffnetem Auge”) und bei Auffälligkeit mit einer Gewindeleere
  • die Flüssigkeitsdruckprobe unter Einsatz eines kalibrierten Manometers und
  • die Prüfung der Bedienungsausrüstung, anderer Zubehörteile und Druckentlastungseinrichtungen, sofern eine derartige Ausrüstung vorhanden ist und eine Wiederinbetriebnahme vorgesehen ist

Die Kosten der Prüfungen gliedern sich in zwei Teile. Der größere Anteil entfällt üblicherweise auf das Unternehmen, das die Prüfungen organisiert. Weiterhin stellen diese Firmen die Prüfeinrichtungen bereit und übernehmen die Vorbereitungsarbeiten sowie die nach der Prüfung anstehenden Wartungsarbeiten. Dazu gehören die Trocknung der Gewehrkartuschen, der gegebenenfalls erforderliche Ersatz von O-Ringen und der Wiederanschluss von abmontierten Ausrüstungsteilen.

Die TÜV-Kosten für die Prüfungen hängen im Wesentlichen davon ab, wie viele Gewehrkartuschen zu einem Termin geprüft und wie viele Prüfungen parallel durchgeführt werden können. Bei sehr günstiger Organisation und Vorbereitung der Prüfungen ist von Mindestkosten in Höhe von etwa 20 Euro auszugehen. Bei geringer Stückzahl von zu prüfenden Gewehrkartuschen sowie in Problemfällen und bei Einsatz von besonderen Prüfmethoden (Oberflächenrissprüfung) erhöhen sich die Kosten entsprechend dem Zeitaufwand.

Dr. Hermann Dinkler, Verband der TÜV eV.